Presseinformationen 2013

Nr.: 09/2013
Leitzkau/Freyburg/Unstrut, 20. Dezember 2013

Umgebaute Küchenmeisterei komplettiert die Gasträume der „Burgwirtschaft Schloss Neuenburg“

Nach Abschluss der Sanierungs- und Umbaumaßnahmen haben Ralf Lindemann, Baudirektor der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt und Olaf Martin-Knauf, zuständiger Referatsleiter der Direktion Bau und Liegenschaftsverwaltung, die Küchenmeisterei an die Betreiber der „Burgwirtschaft Schloss Neuenburg“ übergeben.

Schloss Neuenburg, welches sich auf einer Anhöhe über der Winzerstadt Freyburg befindet, gilt als eine der bedeutendsten hochmittelalterlichen Burganlagen Deutschlands. Die einstmals größte und, neben der Wartburg, wichtigste, Burg der Thüringer Landgrafen erlebte aber auch nach ihrer Blütezeit vom 11. bis 13. Jahrhundert eine ausgeprägte herrschaftliche Nutzung. Nach einer nicht vollendeten gotischen Umbauphase wurde die Neuenburg während des 16. bis 18. Jahrhunderts zum Jagdschloss und zur prachtvollen Nebenresidenz der sächsischen Kurfürsten sowie der Herzöge von Sachsen-Weißenfels ausgebaut. Eine wesentliche Voraussetzung für die adäquate Versorgung der herrschaftlichen Familie und ihrer Gäste sowie der Schlossbesatzung war eine entsprechend große Schlossküche. Für das Jahr 1401 findet sich in Bauakten die Erwähnung einer „neuen Küche“. Ob damit schon der heute noch erhaltene Küchenbau gemeint war, ist unklar. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts darf man aber davon ausgehen. Auf Grundrissen aus dem mittleren 18. Jahrhundert ist die Küche mit ihrem großen Kaminschlot gut erkennbar. Die Gebäudebezeichnung „Küchenmeisterei“ selbst stammt allerdings erst aus dem 19. Jahrhundert. An die traditionelle Versorgungsfunktion knüpft die Nutzung als Burgrestaurant seit Beginn der 2000er Jahre an.

Vor dem Hintergrund des Pächterwechsels im gastronomischen Bereich zum Jahr 2013 bot sich die Möglichkeit zu einer umfassenden Sanierung des Gebäudes. Bei dieser konnten die Anforderungen einer modernen Gastronomie unter Berücksichtigung der Denkmalschutz-anforderungen mit einer Substanz schonenden Bauweise berücksichtigt werden.
Mit Fördermitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) aus dem Programm „Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland“ und Eigenmitteln der Stiftung Dome und Schlösser zu gleichen Teilen wurde die Sanierung in Höhe von 550.000 € finanziert. Die Baumaßnahme begann im Mai 2013 und wurde entsprechend des Fördermittelbescheides am 19. Dezember 2013 fertig gestellt.
Ziel der Baumaßnahme war es nicht, nur das Flair einer beliebigen „Schwarzen Küche“ wieder herzustellen, sondern nach dem Rückbau aller Einbauten des Vorpächters die historische Struktur der Schlossküche besonders im Gastraum ablesbar, vielleicht sogar wieder erlebbar, zu gestalten. Trotz des Einbaus modernster Küchentechnik und der Beachtung aller mit einer öffentlichen Gastronomie verbundenen Vorschriften, sollten die Eingriffe in die Bausubstanz auf ein Minimum begrenzt werden. Wie in der gesamten Burg- und Schlossanlage galt auch hier der Grundsatz: Hauptexponat ist das Gebäude selbst.
In Zusammenarbeit mit dem zuständigen Gebietsreferenten des Landesamtes für Denkmal-pflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Herrn Dr. Bettauer, wurde konzeptionell so verfahren, dass das Gebäude seine Bau- und Nutzungsgeschichte auch wirklich „zeigt“. So betritt der Besucher zukünftig Sommer wie Winter den Gastraum ausschließlich durch das große zweiflüglige Tor. Der aufgrund der Wärmeschutzverordnung in diesem Zusammenhang notwendige  Windfang wurde in die mächtigen Außenmauern der Leibung integriert. So blieb trotz des Einbaus die Geometrie des eigentlichen Küchen- und jetzigen Gastraumes erhalten.
Die so genannte Schwarze Küche war oftmals der einzige Ort, an dem es Feuer und damit Wärme gab. Das Feuer war damals offen und die Umfassungsmauern des Gebäudes bildeten den Sockel des Kamins – eine Dimension, die wir von heutigen Kaminen nicht mehr kennen, da damals nicht nur Feuer zum Wärmen oder Kochen entzündet wurde, sondern auch geschmiedet und im Rauchabzug das Fleisch geräuchert wurde. In der Küchenmeisterei lagert der Rauchzug auf Gurtbögen, ähnlich wie in der Vierung einer Kirche und um diese herum wird der Raum an drei Seiten durch zusätzliche Gewölbe vergrößert.
Der zukünftige Gast wird in dieser „Schwarzen Küche“ sitzen, dem ältesten Teil des Gebäudes. Wie die Bezeichnung schon vermuten lässt, waren Decken und Wände durch den Ruß der offenen Flammen schwarz verfärbt. Die Rußpartikel schlagen auch heute noch durch den Putz durch und wurden deshalb in die Lasur integriert und teilweise retuschiert.
Leider hatte man in der Vergangenheit den Rauchabzug in der Küchenmeisterei zu Gunsten einer Decke und damit einer zusätzlichen Geschossebene entfernt. Erhalten blieben in einem bemerkenswert guten Zustand die Gurtbögen und die auskragenden Sandsteinquader für die Auflagerbalken. Zum besseren Verständnis wurde im Rahmen der Sanierung mit einer Illusionsmalerei der Rauchabzug wieder angedeutet. Der Küchenraum, ebenfalls unter einem Kreuzgewölbe, befindet sich auf gleicher Ebene.
Die Nebenräume, wie WC-Anlagen, aber auch Personal- und Lagerräume befinden sich im Obergeschoss. Zur Erschließung des OG war der Umbau der bisherigen Außentreppenanlage erforderlich. Sie präsentiert sich jetzt als eine eingehauste Innentreppe, die unmittelbar an den Flur zum Gastraum angebunden ist.
Ebenfalls mit einem Anbau, in der Bauart eines hölzernen Schuppens, wurde Platz für die technische Gebäudeausrüstung einer modernen Küche geschaffen.
Das Gebäude der Küchenmeisterei bildet mit dem der „Alten Remise“ die „Burgwirtschaft Schloss Neuenburg“. Pächter und Betreiber sind die Gastronomen Falk Gast und Dominik Adrian.
Für Schloss Neuenburg insgesamt bedeutet die Erweiterung des gastronomischen Angebots eine Attraktivitätssteigerung und zugleich die Voraussetzung für die Entwicklung weiterer Angebote im Segment des Erlebnis-Tourismus.


Nr. 08/2013
LeitzkauMuseum Burg Falkenstein-Harz, 19. November 2013

Advent auf Burg Falkenstein im Harz – ein museumspädagogisches Angebot
am 1. Dezember 2013, ab 11.00 Uhr

Ein Hauch besinnlicher Adventsstimmung liegt über dem Falkenstein. Die Burg ist erfüllt von Waffel- und Zimtduft. Im Burghof erklingen Geschichten aus der Falkensteiner Sagenwelt, derweil über dem Feuer in der Alten Burgküche das Stockbrot bäckt. Und in der mittelalterlichen Wichtel- und Spielwerkstatt können Strohsterne, Spiele und kleine Geschenke gebastelt werden.

Die Burg Falkenstein lädt alle interessierten Kinder mit ihren Eltern am 1. Adventssonntag, den 1. Dezember 2013, ab 11.00 Uhr  zu einem kleinen Adventsnachmittag mit zahlreichen Überraschungen in die Kernburg ein.

Das Programm ist im Eintrittspreis enthalten, ggf. fallen Materialkosten an!

Wir freuen uns auf Euren Besuch!


Nr.: 07/2013
Leitzkau/Magdeburg/Halle, 18. November 2013
Gemeinsame Pressemitteilung der Stiftung Dome und Schlösser, der Stiftung Moritzburg und des Kultusministeriums:

Thomas Bauer-Friedrich wird neuer Direktor des Landeskunstmuseums Moritzburg in Halle

Der Kunsthistoriker Thomas Bauer-Friedrich wird neuer Direktor des Landeskunstmuseums Moritzburg in Halle. Das Kuratorium der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt hat sich in seiner außerordentlichen Sitzung am 14. November 2013 einstimmig für den 37-jährigen Experten entschieden, der derzeit als Kurator und damit wissenschaftlich-künstlerischer Leiter für das Museum Gunzenhauser bei den Kunstsammlungen Chemnitz tätig ist. Nach der Kuratoriumssitzung wurden zunächst die Stiftungsratsmitglieder der Stiftung Moritzburg informiert.

„Mit Thomas Bauer-Friedrich haben wir einen ausgewiesenen Kenner der Moderne für die Moritzburg gewonnen“, erklärte Kultusminister Stephan Dorgerloh nach der Entscheidung des Kuratoriums. „Ich freue mich jetzt auf neue Impulse für das Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt.“

Thomas Bauer-Friedrich tritt die Nachfolge von Michael Freitag an, der nach dem Rücktritt von Katja Schneider als Direktorin die Stelle übernommen hatte und das Kunstmuseum Moritzburg noch bis zum 31. Dezember 2013 leiten wird. Zum 1. Januar 2014 übernimmt er als Direktor die Leitung der Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg.

Gleichzeitig mit der Ausschreibung der Direktorenstelle für die Moritzburg im Sommer 2013 hatte das Kuratorium für die Auswahl der Besetzung der Direktorenstelle eine Findungs- und Auswahlkommission eingesetzt. Mitglieder dieser vom Generaldirektor der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt, Boje E. Hans Schmuhl, geleiteten Kommission waren der  Vorstand der Stiftung Moritzburg Halle (Saale) – Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Matthias Puhle, der Vorsitzende des wissenschaftlich-künstlerischen Beirats der Stiftung Moritzburg, Prof. Dr. Olaf Peters, der Direktor der Hauptverwaltung der Stiftung Dome und Schlösser, Claus Rokahr, sowie der Referatsleiter Personal der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt, Marcel Habelitz.

Das Kuratorium ist bei seiner Entscheidung einstimmig der von der Auswahl- und Findungskommission vorgelegten Empfehlung gefolgt. Seine Beschäftigung als Direktor des Kunstmuseums Moritzburg wird Thomas Bauer-Friedrich in Abhängigkeit seiner bestehenden Verpflichtungen in Chemnitz noch im ersten Quartal 2014, jedoch spätestens am 1. April 2014 beginnen.


Nr.: 06/2013
Leitzkau/Köthen, 14. November 2013

Baumaßnahme am Ludwigsbau geht in die Winterpause

Die Zimmererarbeiten am Dach über dem Spiegelsaal des Köthener Schlosses werden vorerst unterbrochen, weil ab dem 18. November 2013 das Dach winterfest gemacht wird. Da das Verlegen einer Biberschwanzdeckung über den Dachöffnungen für einen einzigen Winter absolut unwirtschaftlich wäre, werden Wellblechtafeln verwendet.

Der 1. Bauabschnitt – die konstruktive Reparatur des Dachstuhles oberhalb des Spiegelsaales – hat einen Kostenrahmen von ca. 430.000 €. Diese Maßnahme wird durch das Bundesverwaltungsamt aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) zur Substanzerhaltung und Restaurierung von unbeweglichen Kulturdenkmälern von nationaler Bedeutung in Höhe von bis zu 215.000 € gefördert. Die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt stellt als Eigentümerin Eigenmittel in derselben Höhe zur Verfügung.

Die Arbeiten am Dachstuhl des Spiegelsaales werden im nächsten Jahr fortgesetzt. Dann erfolgt der Einbau einer Stahlkonstruktion zur Stabilisierung des Daches. Diese ist dringend erforderlich, da beim Einbau des Spiegelsaales in den 1820er Jahren Veränderungen am Dachstuhl vorgenommen wurden. Seitdem kann der Dachstuhl die Horizontallasten, die auf Grund des Windes entstehen, nur noch unzureichend in die Wände ableiten. Infolgedessen kam es in der Vergangenheit bereits zu Verformungen.

Der Einbau der neuen Stahlkonstruktion sollte ebenfalls in diesem Jahr erfolgen, jedoch standen dem geplanten Vorhaben die schwierige Geometrie und enge Platzverhältnisse entgegen. So muss für jeden einzelnen Stahlrahmen, der zwischen den Dachsparren liegt, eine eigene Schablone angefertigt werden, nach der der jeweilige Rahmen dann hergestellt wird.

In den folgenden Bauabschnitten, die in den nächsten Jahren gesondert beantragt werden müssen, ist auch die Restaurierung des Spiegelsaales geplant. Die Fertigstellung des Bauprojektes kann nur mit Hilfe von Fördermitteln realisiert werden.


Nr.: 05/2013
Leitzkau/Letzlingen, den 26. September 2013

Jagdschloss Letzlingen im Zeichen der Jagd

Am 10. Oktober jährt sich zum 170. Mal die erste königlich-preußische Hofjagd mit König Friedrich-Wilhelm IV. im Jagdschloss Letzlingen. Die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt und halbersbacher – schlosshotel letzlingen – laden ein zur Erinnerung an dieses Ereignis

am 03. Oktober 2013 von 10 bis 16.30 Uhr
in das Jagdschloss Letzlingen.

Die öffentlichen Führungen finden statt um 14 Uhr und 15 Uhr. Kosten 3,00 € pro Person, Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt. Treffpunkt ist der Kassenraum im Erdgeschoss der Hirschburg.

Darüber hinaus findet im Schlosshof eine kleine Trophäenschau der Hegegemeinschaft Letzlinger Heide statt. Ein „jagdlicher“ Imbiss wird vom Restaurant „Kaiserhof“ im Schlosshof angeboten.

Die 170-jährige Tradition der Jagd in der Colbitz-Letzlinger Heide soll auch bei den Führungen im Mittelpunkt stehen, da das Schloss doch ausschliesslich für die Jagdleidenschaften der Hohenzollern erbaut wurde. Der Erbauer, der Kurprinz und spätere Kurfürst Johann Georg von Brandenburg, war ein leidenschaftlicher Jäger – genau wie viele seiner Nachkommen.


Nr. 04/2013
Leitzkau/Museum Burg Falkenstein-Harz, 06. September 2013

Themenführung: „Kleider machen Leute – Leute machen Kleider?“
Alltagskleidung und Kleiderordnung im Mittelalter
am 13. September 2013, 19:00 Uhr auf der Burg Falkenstein

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe „….Spätschicht auf Burg Falkenstein“ lädt die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt, Museum Burg Falkenstein, alle Interessierten am 13. September 2013, um 19.00 Uhr zu einer Themenführung unter dem Motto „Kleider machen Leute – Leute machen Kleider?“ auf die Burg Falkenstein ein.

An diesem unterhaltsamen Abend erfährt der interessierte Besucher, dass die Kleidung im Mittelalter nicht nur als Schutz vor Kälte und Witterung diente, sondern auch der gesellschaftlichen Ordnungsvorstellung. Anhand der Kleidung ließen sich Rang, Geschlecht, Alter oder Stand des Trägers ablesen. Auch Farbe, Schnitt und Verarbeitung ließen Rückschlüsse auf die sittliche Gesinnung zu. Nicht nur die Frage der Art der Stoffe, sondern auch deren Herstellung stehen hierbei im Mittelpunkt.

Die Anzahl der Teilnehmer ist auf 20 Personen begrenzt. Um vorherige Anmeldung unter der Tel.-Nr.  034743 – 53 55 915 oder per Email t.stoermer@dome-schloesser.de wird bis zum 11. September 2013 gebeten. Preis: 8,00 €, ermäßigt 4,50 €.


Nr. 03/2013
Leitzkau/Hamersleben, 04. September 2013

Sanierungsmaßnahmen an der Klosterkirche Hamersleben

Am Mittwoch, dem 04. September 2013 fand eine Vor-Ort-Besichtigung der Klosteranlage Hamersleben in Anwesenheit von Herrn Jens Ackermann, Mitglied des Bundestages, in Vorbereitung der Instandsetzungsarbeiten der Chor- und Seitenschiffapsiden an der Kloster- und Stiftskirche St. Pankratius statt.

Die Klosteranlage Hamersleben, nördlich von Halberstadt am Rande des „Großen Bruchs“ gelegen, besitzt mit der ehemaligen Stiftskirche der Augustiner-Chorherren ein Kleinod romanischer Baukunst, das wegen der weitgehenden Ursprünglichkeit des Bestandes architektur- und kunstgeschichtlich Außergewöhnliches bietet. Das an der Straße der Romanik gelegene Kloster gehört zum Bistum Magdeburg und dient als katholische Pfarrei.

Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart fanden in mehreren Abschnitten Restaurierungsarbeiten sowie Instandsetzungsmaßnahmen statt, die weitestgehend die Rückgewinnung des romanischen Raumeindruckes zum Ziel hatten. Seit 1991 wird in Bauabschnitten ein neues Orgelwerk mit klassischer Prägung hinter dem historischen Prospekt errichtet. Zum „Festsommer Hamersleben“ – 900-jähriges Jubiläum der Kirche 2012, konnte die Orgel durch Einbau noch vakanter Register vervollständigt werden.

Im Rahmen der geplanten Sanierungsarbeiten werden die Apsiden im Ostbereich instand gesetzt, da die Dächer in einem maroden Zustand sind und das durchtretende Wasser mittelalterliche Wandmalereien beschädigt. Hierbei erfolgen u. a. der Abbau der vorhandenen Dacheindeckung und der Schalung sowie die Ausbesserung des Mauerwerks.

Zudem ist es ebenfalls akut erforderlich, im Nordturm den Glockenstuhl zu sanieren, um zu gewährleisten, dass die Glocken weiterhin betrieben werden können. Ein Bestandteil dieser Arbeiten ist die Instandsetzung der Holzbalkendecken und der Geschosstreppenläufe.

Diese Sanierungsmaßnahmen werden seitens der Bundesregierung durch Fördermittel aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm IV in Höhe von bis zu 81.000,00 € unterstützt. Die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt ist als Eigentümerin mit ebenfalls ca. 81.000,00 € an der Maßnahme beteiligt.


Nr. 02/2013
Leitzkau/Goseck, 11. Juli 2013

Schlosskirche in Goseck nach Sanierung wieder für Besucher geöffnet

Am Donnerstag, dem 11. Juli 2013 haben der Generaldirektor der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt, Boje E. Hans Schmuhl und Olaf Martin-Knauf, zuständiger Referatsleiter der Direktion Bau und Liegenschaftsverwaltung der Stiftung die in den Jahren 2011 bis 2013 instand gesetzte Schlosskirche vorgestellt. Ergänzend zur Baumaßnahme informierten der Museumsdirektor des Schlosses Neuenburg, Jörg Peukert und der Vorsitzende des Schloss Goseck e.V., Sebastian Pank über die zukünftige Nutzung.

Schloss Goseck ist ein zentraler Ort an der Straße der Romanik und Teil des UNESCO-Welterbeantrags „Der Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut“.
Das „castrum antiquissimum“ war um 1000 Stammburg der Pfalzgrafen von Sachsen. 1041 wurde diese in ein Benediktinerkloster umgewidmet und der monumentale Kirchenneubau 1053 von Erzbischof Adalbert von Bremen geweiht. Bis 1945 war Goseck Sitz der Grafen von Zech-Burkersroda.
1997 übernahm die heutige Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt die Schlossanlage und veranlasste die Wiederaufnahme der Sanierungsarbeiten an der akut gefährdeten Bausubstanz. Heute hat hier das „Europäische Musik- und Kulturzentrum Schloss Goseck“ seinen Sitz, welches vom Schloss Goseck e.V. im Jahr 1998 gegründet wurde.

Die raumweise, deutlich ablesbaren bauhistorischen Befunde und Ausstattungen von der Frühromanik über die Fassungen und Umbauten aus der Renaissancezeit und des Barock bis zum Ende des 19. Jahrhunderts stellen in dieser Form ein Alleinstellungsmerkmal der Gosecker Schlosskirche dar. Die Vierung und das Sanktuarium wurden entsprechend der Umbauphase der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts unter Berücksichtigung der erhaltenen Bauteile älterer Fassungen der Schlosskirchenzeit vollständig restauriert wieder erlebbar gemacht. Schwerpunkt in den übrigen Räumen war die Bestandssicherung, bei der vorhandene  mittelalterliche Putze und Wandfassungen erhalten wurden. Alle Ergänzungen und Reparaturen auf Wand- und Deckenflächen sowie der  hölzernen  Emporen  erfolgten in traditioneller, handwerklicher Technik.

Besonders hinzuweisen ist auf die Rekonstruktion der Renaissancedecke im nördlichen Querhausarm und die Sicherung der barocken Epitaphien und Inschriften im Sanktuarium und in der Pöllnitzgruft.

Betreten wird der Besucher zukünftig zuerst die Vierung und das Altarhaus, dann die Querhausarme. Die architekturgeschichtlich hochbedeutsame, im Jahr 1046 geweihte, Krypta bleibt ohne Einbindung weiterer Sachthemen allein der Erläuterung der Befunde und der Ausmalungsreste vorbehalten. Die Pöllnitz-Gruft oder die Turmkapelle sind dem Besucher nur im Rahmen von Führungen zugänglich. Die Schlosskirche wird am 1. August 2013 wieder eröffnet.

Für die nun wiederhergestellte Schlosskirche Goseck ist eine Mischnutzung vorgesehen: Es ist geplant, die Schlosskirche sowohl als Konzertsaal zu nutzen, im Zusammenhang mit der Nutzung des Schlosskomplexes als „Europäisches Musik- und Kulturzentrum“ durch den Schloss Goseck e.V., aber auch für sakrale Zwecke, z.B. Hochzeiten, und schließlich für eine Dauerausstellung. Sie soll einer breiten Öffentlichkeit die Ergebnisse der im Zuge der Instandsetzungsarbeiten durchgeführten bau- und kulturgeschichtlichen Untersuchungen zusammenfassen und vermitteln. Für die inhaltliche Konzeption zeichnet sich die Museumsdirektion Schloss Neuenburg verantwortlich. Eröffnet wird die Dauerausstellung im nächsten Jahr.

Die Baumaßnahme „Schlosskirche Goseck – Sanierung und Umbau“ wurde von der Europäischen Union im Rahmen des Kulturinvestitionsprogramms (KIP) mit ca. 2.000.000,00 € aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt war als Eigentümerin mit ca. 200.000,00 € an den Maßnahmen beteiligt.


Nr.: 01/2013
Leitzkau, 22. Januar 2013

Fünf Stiftungen unter einem Dach

Die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt vereinigt seit Jahresbeginn nunmehr die Geschäftsbesorgung von insgesamt vier weiteren Stiftungen unter einem gemeinsamen Dach.
Mit insgesamt 156 Beschäftigten ist sie jetzt eine der größten öffentlich-rechtlichen Kulturstiftungen in Sachsen-Anhalt.

Neben der bereits seit Jahren von der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt für die Stiftung Kloster Unser Lieben Frauen, die „Kloster Bergesche Stiftung“ und die Stiftung Kloster Michaelstein – Musikakademie Sachsen-Anhalt für Bildung und Aufführungspraxis übernommene Geschäftsbesorgung wird diese seit dem 1. Januar 2013 auch vollumfänglich für die Stiftung Moritzburg Halle (Saale), mit den Betrieben Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt in Halle und Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg, wahrgenommen.

Am Montag, dem 21. Januar 2013 lud Generaldirektor Boje E. Hans Schmuhl alle landesweit tätigen Beschäftigten zu einer Betriebsversammlung in das Refektorium des Klosters Michaelstein ein.
Schon seit dem Jahr 2010 verband die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt und die Stiftung Moritzburg – Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt eine Kooperationsvereinbarung.
Nach bereits einem teilweisen Betriebsübergang übernahm dann die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt zum 1. Januar 2011 alle Verwaltungsaufgaben, einschließlich der Bauherrenfunktion für die Moritzburg und die Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg.
Im Zuge der Stiftungsstrukturreform aller öffentlich-rechtlichen Stiftungen des Landes Sachsen-Anhalt entschieden dann auf der Grundlage des Beschlusses der Landesregierung des Landes Sachsen-Anhalt vom 5. Juni 2012 der Stiftungsrat der Stiftung Moritzburg und das Kuratorium der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt im Herbst 2012 den vollständigen Betriebsübergang der Stiftung Moritzburg an die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt.

Für sich und jede der vier weiteren ebenfalls rechtlich selbständigen Stiftungen erfolgt die Geschäftsbesorgung rechtsgeschäftlich getrennt.