Lyonel-Feininger-Galerie


Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg

Die Galerie
Die Lyonel-Feininger-Galerie wurde 1986 gegründet, um die Sammlung Dr. Hermann Klumpp aufzunehmen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei handelt es sich um einen der weltweit umfangreichsten Bestände an Druckgrafik von diesem bedeutenden Künstler. 2006 wurde die Galerie als eigene Einrichtung in die Stiftung Moritzburg Halle (Saale) Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt integriert. Beide Häuser gingen im Zuge der Stiftungsstrukturreform 2014 in die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt über. Über seinen prominenten Kernbestand hinaus entfaltet sich die Feininger-Galerie seitdem zu einem Museum für Grafische Künste, das überregional agiert und mit Sonderausstellungen auch hochkarätige Grafik aus allen Epochen zeigt. Neben internationaler Weltkunst schließt das Programm auch die Kunstgeschichte der Region und ihre Gegenwart ein.

Sammlung Dr. Hermann Klumpp
Der in New York geborene Lyonel Feininger (1871 – 1956) lebte seit 1887 überwiegend in Deutschland. 1937 kehrte er, dessen Werk von den Nazis als „entartet“ diffamiert wurde, mit seiner Familie in die USA zurück. Vor seiner Ausreise übergab Feininger ein umfangreiches Konvolut seiner Arbeiten an Dr. Hermann Klumpp (1902 – 1987), der es in seiner Heimatstadt Quedlinburg verborgen hielt und so vor der Vernichtung rettete. Klumpp, Kunstsammler und Architekt, hatte von 1929 bis 1932 am Bauhaus studiert. In dieser Periode entwickelte sich zwischen ihm und der Familie Feininger ein inniges Freundschaftsverhältnis, das wie der Quedlinburger Bestand die Nazidiktatur und die Nachkriegszeit überdauerte.

Dauerausstellung Lyonel Feininger
Die Dauerausstellung ist ganzjährig zugänglich. Dabei dürfte die Vielfalt der etwa 40 Exponate ihresgleichen suchen. Neun Gemälde machen die Entwicklung des Malers von seinen Anfängen (1907) bis in sein Spätwerk nachvollziehbar. Neben geschnitztem Spielzeug und einem Schiffsmodell werden außerdem Holzschnitte und Radierungen gezeigt. Im originalen Grafikschrank Feiningers sind seine Handzeichnungen auf exklusive Weise zugänglich. Da die Sammlung aufgrund der konservatorischen Empfindsamkeit von Papierarbeiten nicht permanent in seiner ganzen Fülle ausgestellt werden kann, wird die Dauerausstellung jährlich in den Sommermonaten um eine Sonderausstellung zum Schaffen Feiningers bedeutend erweitert.

Sonderausstellungen
Neben der Dauerausstellung und der jährlichen Überblicksausstellung zum Werk Lyonel Feiningers entwickelt die Galerie ein ausgedehntes Ausstellungsprogramm, in dessen Mitte die grafischen Künste stehen. Gezeigt werden neben Zeichnungen, Aquarellen und Druckgrafik auch Werke der Fotografie. Der Zusammenhang ergibt sich aus dem fotografischen Werk Feiningers selbst, aber auch aus seiner Suche nach einem komplexen Bildbegriff. Insgesamt ist das große Thema „Kunst auf Papier“ berührt, wobei mediale Grenzüberschreitungen in Partituren, Autografen, Collagen, Buchkunst und experimentellen Erforschungen einbezogen sind.

Sammlungsperspektiven
Über den einzigartigen Feininger-Bestand hinaus, verfügt die Galerie über eine namhafte Dauerleihgabe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Sie vereinigt insgesamt etwa 100 Werke von Künstlern der Klassischen Moderne, wie Emil Nolde, Erich Heckel, Ernst-Ludwig Kirchner, aber auch den Zyklus „Fridericus Rex“ von Lovis Corinth. Daneben besitzt die Galerie eigene Feininger-Bestände und Grafik von Künstlern der Gegenwart. Ein besonderes Ereignis stellt die Stiftung von Holzstöcken und Radierplatten des für Sachsen-Anhalt bedeutenden Künstlers Karl Völker (1889 – 1962) dar. Das Konvolut von mehr als 150 Stücken wurde 2014 an die Galerie übergeben. Die Sammlungen werden kontinuierlich erweitert.

(Fotos: Christoph Jann | © Kulturstiftung Sachsen-Anhalt)

Informationen:

Öffnungszeiten | Kontakt

April bis Oktober
Mi-Mo, feiertags: 10-18 Uhr

November bis März
Mi-Mo, feiertags: 10-17 Uhr

Dienstags sowie am 24.12., 31.12. und 1.1. geschlossen.

Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt, Treuhänderin der Lyonel-Feininger-Galerie als Teil der
unselbständigen Stiftung Moritzburg Halle (Saale) – Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt

Vertretungsberechtigt:
Vorstand/Generaldirektor/in der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt
OT Leitzkau
Am Schloss 4
39279 Gommern

+49 (0) 39241/934-0
leitzkau@dome-schloesser.de

Aufsichtsbehörde:
Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, Turmschanzenstraße 32, in 39114 Magdeburg

Lyonel-Feininger-Galerie
Museum für grafische Künste
Schlossberg 11
06484 Quedlinburg
Tel.: 03946 / 689593-0
Fax: 03946 / 689593-824

info@sds-feininger-galerie.de
www.feininger-galerie.de
www.kunstmuseum-moritzburg.de

Vermittlung

Mit Abschluss der Erweiterungsbauten bietet das Haus herausragende Möglichkeiten für museumspädagogische Projekte und eine vielseitige Bildungsarbeit. Neben der großen Werkstatt und dem Seminarraum steht dafür auch ein Projektraum zur Verfügung, der die Ergebnisse von Kursen, Seminaren, Sommerakademien, Wettbewerben und Ferienangeboten präsentiert, aber auch die enge Zusammenarbeit mit Schulen der Stadt und der Region ermöglicht. Darüber hinaus bieten wir in unserer kleinen Druckerei eine alte Tiefdruckpresse für das Erlernen handwerklicher Grundlagen von Druckgrafik an.

Ansprechpartnerin:
Annette Fischer
Tel.: 03946 / 68 95 93-855
annette.fischer@sds-feininger-galerie.de