Krypta der Konradsburg nach Sanierungsarbeiten wieder geöffnet
Am Mittwoch, dem 4. April 2012 haben der Direktor der Stiftung
Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt, Boje E. Hans Schmuhl und
Ralf Lindemann, Abteilungsleiter Bau der Stiftung die von 2005
bis Ende 2011 sanierte Krypta der Konradsburg vorgestellt. Die
Restauratorin Corinna Grimm stellte die durchgeführten
Sanierungs- und
Konservierungsmaßnahmen vor.
In unmittelbarer Nähe der sehr bekannten Burg Falkenstein liegt
die Konradsburg. Deren fünfschiffige Hallenkrypta entstand um
1200 und befindet sich unter dem hoch gelegenen Chor der
ehemaligen Klosterkirche St. Sixtus.
Wegen ihrer reichen Gestaltung gehört sie zu den bedeutendsten
Denkmälern der spätromanischen Architektur im Harzgebiet. Nach
außen zeigt sich die Krypta mit einem ungegliederten Sockel mit
fünf Fenstern im Osten und jeweils drei Fenstern im Norden und
Süden. Im Inneren enden die durchgehenden Gratgewölbe über
Gurten auf Pilastern an den
Wänden und der Apsis der Krypta. Der mittlere Bereich der Krypta
wird durch vier Säulen und zwei schlanke Pfeiler mit
eingestellten Säulen vor der Hauptapsis in drei Schiffe
gegliedert. Von den Seitenschiffen wird dieser Bereich durch
jeweils zwei Pfeiler getrennt. Die Kapitelle und Kämpfer der
Säulen sind durch außerordentlichen Formenreichtum
gekennzeichnet.
Während den umfangreichen bautechnischen Untersuchungen im Jahr
2003 wurde festgestellt, dass sich die Sand- und
Kalksteinelemente der gesamten Krypta in einem sehr schlechten
und akut gefährdeten Zustand befanden. In einem ersten
Arbeitsschritt wurden alle Schadensbilder in einer Kartierung
dokumentiert. Als Hauptschadensursache war neben klimatischen
Beanspruchungen im Laufe der Jahrhunderte der hohe Gehalt an
bauschädlichen Salzen, vor allem von
Kaliumnitraten1,
im Gestein festzustellen. Im Ergebnis der
naturwissenschaftlichen Untersuchung ist davon auszugehen, dass
der Eintrag der Salze über aufsteigende Feuchte und aus der
langjährigen Nutzung der Krypta im 19. Jh. als Schweinestall
resultiert.
Die von 2005-2011 durchgeführten Maßnahmen sind das Ergebnis der
umfassenden Voruntersuchungen und des daraus entstandenen
Konservierungskonzeptes.
Neben der Salzreduktion2
waren an den Säulen und Pfeilern weitere Konservierungsmaßnahmen
wie Festigung des Gesteins, Sicherung von Rissen und Schalen und
eine schonende Reinigung notwendig. Auf Ergänzungen von
Fehlstellen wurde bewusst verzichtet und eine
Horizontalisolierung aller Säulen und Pfeiler zur Vermeidung von
kapillar aufsteigender Feuchte ausgeführt. Der salzbelastete
Verputz der Wände und des Gewölbes wurde 2005 entfernt,
danach erfolgte der Neuverputz mit einem Opferputz3.
Der vorhandene stark salzbelastete Fußboden der 1950er Jahre
wurde ebenfalls entfernt, der Unterbau durch eine kapillar
brechende Schicht ersetzt und ein neuer Fußbodenbelag aus
Thüster Kalkstein eingebracht. Für die Krypta war nun
abschließend ein ausgeglichenes Klima anzustreben, d.h.
Schwankungen sollten so gering wie möglich gehalten werden,
Kondenswasseranfälle sind zu vermeiden und eine Frost- Tau-
Wechsel-Beanspruchung ist möglichst auszuschließen. Um die
Vorgaben zu erreichen, wurden die zuvor offenen Fenster der
Krypta geschlossen.
Mit Hilfe einer eingebauten Lüftungssteuerung werden die
klimatischen Verhältnisse optimiert. Unterstützt wird das Klima
zusätzlich durch einen Entfeuchter und eine Heizschleife zur
Frostvermeidung sowie einer neu geschaffenen Windfangsituation.
Die bereits 1847/48 aufgrund ihres schlechten Zustandes
ausgebauten Stücke einer Säule und eines Pfeilers werden
ebenfalls in der Krypta als Ausstellungsstücke präsentiert.
Auch die Vermeidung von eindringendem Wasser von außen war
ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes. So wurden
die Dachrinne erweitert, ein Traufpflaster angelegt und die
Außenwände durch eine Vertikalsperre (an der
Westwand mit Drainage) versehen.
Die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt hat als
Eigentümerin die Maßnahmen in Höhe von 354 T€ finanziert.
Der Förderkreis Konradsburg e.V. Ermsleben hat die Höhepunkte
für Besucher der Konradsburg in der Saison 2012 vorgestellt.
1 Kaliumnitrat ist
ein typisches Salz in ehemals viehwirtschaftlich genutzten
Gebäude. Die wiederkehrenden Hydratations-, Lösungs- und
Kristallisationsprozesse des Salzes schädigen dauerhaft das
Gestein. Die zusätzlich erhöhte Temperaturabhängigkeit der
Löslichkeit von Kaliumnitrat birgt für einen Raum mit
schwankenden Temperaturen - wie in der Krypta – ein relevantes
Schadenspotential.
2 Das innovative
Salzreduktionsverfahren der Injektionskompresse wurde an einer
Mustersäule erfolgreich umgesetzt. Nach vierwöchiger
Wasserzufuhr und 2-monatiger Trocknungszeit wurden ca. 1.200 g
bauschädliches Salz aus der Säule extrahiert.
3 Der Opferputz
soll in der Lage, Feuchtigkeit und Salze aus dem Gestein
aufzunehmen und somit die Schaden
verursachenden Vorgänge in den Porenraum des Putzes und an die
Putzoberfläche zu verlagern, die Wände jedoch nicht
absperren.
Pressestelle
Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt
Am Schloss 4
39279 Leitzkau
Telefon:
039241/ 934 - 0
Fax:
039241/ 93434 - 34
E-Mail:
leitzkau@dome-schloesser.de
Internet: www.dome-schloesser.de
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Stiftung Dome und Schlösser in
Sachsen-Anhalt - Pressemitteilung Nr.: 02/12
Leitzkau, den 15. Februar 2012
Museum zum Anfassen -
Zur
Nutzung außerschulischer Lernorte im Geschichts- und
Musikunterricht
Lehrerfortbildung (Kurs-Nr. 11L210007) am Montag, den 16. April
2012 von 10.00 - 15.30 Uhr im Kloster Michaelstein
(Blankenburg)
Die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt betreibt in
ihrer Zuständigkeit vier Museen bzw. Ausstellungen. In den
Museen Burg Falkenstein, Schloss Neuenburg, im Jagdschloss
Letzlingen sowie im Kloster Michaelstein erfolgt eine
museumspädagogische Betreuung durch Mitarbeiter der Stiftung.
Die museumspädagogischen Angebote richten sich nach den
thematischen Ausrichtungen in den einzelnen Häusern und machen
ihre Kultur und Geschichte erlebbar. Die Schulklassen und Kurse
von Primarstufe bis Sekundarstufe II haben die Möglichkeit, sich
an einem historischen Ort einzelnen Themen abwechslungsreich,
intensiv und kreativ zu widmen. Die Angebote sind
erlebnisorientiert und meist mit praktischen Elementen
verbunden, wobei der Inhalt, der vermittelt werden soll, immer
im Vordergrund bleibt. Der Besuch dieser außerschulischen
Lernorte kann den Unterricht in der Schule unterstützen und
ergänzen. In der Fortbildung am 16. April 2012 werden die
Projekte exemplarisch und praktisch vorgestellt und können für
Schulprojekte oder Wandertage im laufenden oder für das kommende
Schuljahr gebucht werden.
10:00
bis 12:00 Uhr
Museen und Ausstellungen der Stiftung Dome und Schlösser in
Sachsen-Anhalt/ Musikakademie Sachsen-Anhalt - Aufgaben
und Angebote │ Historische Orte, Hintergründe und ihre Spezifik
12:00
bis 13:00 Uhr
Mittagessen
13:00
bis 15:30 Uhr
Die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt – Vom
historischen Ort zum außerschulischen Lernort:
Die museumspädagogische Angebote und deren unterrichtliche
Nutzungsmöglichkeiten zum
Ausprobieren/Schnuppern/Anfassen/Erleben │ Praxisworkshops zur
Auswahl
Weitere Informationen:
Ralf Langer, LISA Halle, Tel: 0345 / 2042240 | Kurs: 11L210007
Eine Anmeldung ist nur elektronisch beim LISA Halle unter der
Nutzung von elTIS möglich.
Nähere Informationen unter:
www.kloster-michaelstein.de und www.dome-schloesser.de.
Pressestelle:
Stiftung Kloster Michaelstein
Michaelstein 3
38889 Blankenburg (Harz)
Telefon: 0 39 44 / 90
30 15
Fax: 0 39 44 / 90 30 30
Mail: rezeption@kloster-michaelstein.de
Internet : www.kloster-michaelstein.de
www.dome-schloesser.de
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Stiftung Dome und Schlösser in
Sachsen-Anhalt - Pressemitteilung Nr.:
01/12
Leitzkau, den 17. Januar 2012
Besucheransturm auf die Schlösser und Burgen im
Jahr 2011
Die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt blickt
hinsichtlich der Besucherzahlen positiv auf das Jahr 2011
zurück. So haben insgesamt 144.407 Besucher die Museen der
Stiftung besucht; das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr
von über 4 %. Allein zum Mittelalterlichen Burgfest auf der Burg
Falkenstein im Harz wurden 8.200 Besucher gezählt. Positiv
aufgenommen wurden auch die verschiedensten museumspädagogischen
Kinderprojekte und Kindergeburtstagsfeiern auf dem Falkenstein
und im Jagdschloss Letzlingen, die auch in diesem Jahr wieder
angeboten werden. Hier ist ebenfalls eine Steigerung zu
verzeichnen. Um die Burg Falkenstein ganzjährig nach Belieben zu
besuchen, wird ab 2012 eine Jahreskarte eingeführt.
In Auswertung des von der Stiftung Dome und Schlösser in
Sachsen-Anhalt / Museum Schloss Neuenburg initiierten
Kooperationsprojektes „Die Freyburger Meister“ besuchten im
Vergleich zum Vorjahr 10.000 Gäste mehr die Romanik-Standorte in
Freyburg, davon waren allein 3.000 Besucher auf der
Neuenburg. Die Sonderausstellung „Der erlauchte Fürst“ im
Bergfried „Dicker Wilhelm“ besichtigten dabei ca. 4.000 Gäste
mehr als die dortige Sonderausstellung des Vorjahres.
Auch für das Jahr 2012 ist die Stiftung Dome und Schlösser in
Sachsen-Anhalt mit Veranstaltungen bestens gerüstet. So werden
u. a. die Walpurgisnacht-Rock und die internationalen Tage der
mittelalterlichen Musik „montalbâne“ auf Schloss Neuenburg oder
das Himmelfahrtsspektakel und das Mittelalterliche Burgfest auf
der Burg Falkenstein viele Besucher in ihren Bann locken.
Nähere Informationen erhalten Sie unter www.dome-schloesser.de
Pressestelle
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