2018


Nr.: 01/2018
Letzlingen, 11. Januar 2018

Das Jagdschloss Letzlingen im Jahre 2018

Der 222. Geburtstag des Preußischen Oberjägermeisters Graf Ludwig von der Asseburg-Falkenstein am 11. Januar, eine Erinnerung an das „Dreikaiserjahr“ von 1888 sowie der Rückblick auf den Thronverzicht Kaiser Wilhelms II. im November 1918 und das Ende der Hohenzollern-Jagden in der Colbitz-Letzlinger Heide nach dem Ersten Weltkrieg

Heute auf den Tag genau vor 222 Jahren, am 11. Januar 1796, wurde in dem Bördedorf Gunsleben Ludwig von der Asseburg geboren. Der Adlige – und das macht ihn für die Geschichte der Letzlinger Hofjagden besonders interessant – war von 1852 bis 1869 als Preußischer Oberjägermeister
und ab 1855 auch als Chef des Hofjagdamtes in Berlin für die Vorbereitungen der Hofjagden zuständig, an denen er selbst teilnahm.

Ludwig, der 1816 die Herrschaft Falkenstein und Meisdorf erbte, führte seit 1840 einen preußischen Grafentitel und wurde von König Wilhelm I. (1797-1888) im Oktober 1864 zum Mitglied des preußischen
Herrenhauses ernannt.

Im Letzlinger Jagdschloss saß der Asseburger in seiner Funktion als Oberjägermeister an der Abendtafel stets dem König gegenüber, die beide begeisterte Weidmänner waren. Über Graf Ludwig urteilte der spätere preußische Kultusminister Robert von Bosse in seinen Lebenserinnerungen: „Er war ein weit und breit berühmter waidgerechter Jäger und erfreute sich trotz oder vielleicht wegen seiner Derbheit großer Popularität.“ Als eine für die Letzlinger Hofjagd wichtige und historisch bedeutsame Persönlichkeit konnte Graf Ludwig von der Asseburg-Falkenstein bisher in der Ausstellung des Jagdschlosses nicht vorgestellt werden. Das wird sich jetzt ändern.

So zeigt ein im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) vorhandenes Gemälde eindeutig den Preußischen Oberjägermeister, der allerdings erst anhand einer überlieferten Fotografie identifiziert werden konnte. Dieses Gemälde, das um 1966/67 angeblich „aus Platzgründen“ in der Moritzburg vernichtet werden sollte und zu diesem Zweck bereits aus dem Rahmen geschnitten worden war, wurde 1999 wieder aufgefunden. Es befindet sich allerdings seit damals in einem sehr schlechten Zustand und wird deshalb gegenwärtig fachkundig restauriert. Ab Anfang März 2018 wird das Bild im Letzlinger Jagdschloss dauerhaft präsentiert – übrigens zusammen mit dem dort bereits gezeigten Gemälde König Wilhelms I., der 1871 nach dem siegreichen Krieg gegen Frankreich zum deutschen Kaiser aufstieg. Das Deutsche Kaiserreich erlebte Graf Ludwig nicht mehr. Er starb am 24. Oktober 1869.

An Kaiser Wilhelms Tod vor 130 Jahren, am 9. März 1888, wird im März 2018 dann ebenfalls zu erinnern sein, bildete dieser Tag doch gleichsam den Auftakt für das berühmte sogenannte Dreikaiserjahr.
Kronprinz Friedrich Wilhelm, der krebskranke Sohn des alten Monarchen, regierte als Kaiser Friedrich III. nur 99 Tage. Er starb am 15. Juni 1888. Ihm folgte dessen Sohn Wilhelm II., der nach 30 Regierungsjahren im November 1918 abdanken musste. Damit endete auch die Geschichte der Letzlinger Hofjagden.

Die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, zu der sowohl das Kunstmuseum Moritzburg als auch das Museum Burg Falkenstein gehören, führt anlässlich des 130. Jahrestages dieses „Dreikaiserjahres“ zwischen März und November 2018 mehrere öffentliche Veranstaltungen durch, und Anfang Juni wird das Jagdschloss als „besonderer Ort“ einbezogen sein in die Altmark-Festspiele. Sie finden unter der Schirmherrschaft von Oskar Prinz von Preußen statt, der ein direkter Nachfahre jener drei Kaiser ist, die auch alle zwischen 1849 und 1912 mehrmals an Letzlinger Hofjagden teilgenommen haben.