2018


Nr.: 04/2018
Letzlingen, 28. Mai 2018

Jagdschloss Letzlingen erhält glanzvollen „Kaisersaal“

Am Samstag, 2. Juni 2018, stellen wir um 15 Uhr im Jagdschloss Letzlingen ein Gemälde des Malers Anton Weber öffentlich vor. Es zeigt den Deutschen Kaiser Friedrich III. (1831-1888).
Besucher des Jagdschlosses sind dazu herzlich eingeladen.

Nach dem Tod Kaiser Wilhlems I. (9. März 1888), regierte dessen Sohn Friedrich Wilhelm als Kaiser Friedrich III. nur 99 Tage. Der mit Prinzes-sin Victoria von Großbritanien und Irland – der ältesten Tochter von Königin Victoria – verheiratete Hohenzoller starb vor 130 Jahren, am 15. Juni 1888 im Alter von nur 56 Jahren.

Im Auftrag seiner Witwe Victoria, die sich nach dem frühen Ableben ihres Mannes „Kaiserin Friedrich“ nannte, schuf der Maler Anton Weber 1889 ein großformatiges Bildnis Kaiser Friedrichs III. in Gene-ralsuniform, das vermutlich nicht mehr existiert. Anton Weber (1833-1909), war ein bekannter Landschaftsmaler, der auch als Professor an der Berliner Kunstakademie lehrte.

Ein ebenfalls von ihm stammendes Hüftbild Kaiser Friedrichs gehört zum Sammlungsbestand der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt. Bisher aufbewahrt in einem Magazin des Wernigeröder Schlosses soll es künftig im Jagdschloss Letzlingen ausgestellt werden. An dem Ort, an dem sich Kaiser Friedrich III. als Kronprinz anlässlich zahlreicher Hof-jagden aufgehalten hat und hier mehrmals als Hausherr und Gastgeber auch seinen Vater Kaiser Wilhelm I. vertrat.

Auf dem für die museale Präsentation restaurierten Gemälde trägt Kaiser Friedrich eine weiße Uniform mit Kürass und einigen Orden, darunter das Großkreuz Pour le Mérite, das dem Kronprinzen für seine militärischen Verdienste verliehen wurde. Im Zusammenhang mit der Vorstellung dieses Gemäldes erwartet den Besucher noch eine ganz besondere Überraschung. So haben sie die einmalige Gelegenheit, ein Kunstwerk aus Elfenbein zu betrachten, das einst der „Kaiserin Fried-rich“ gehörte, die die schönen Künste liebte und sich selbst als Hobby-malerin betätigte.

Wie ihr Mann vertrat die liberal denkende First Lady des Deutschen Kaiserreichs auch die Auffassung, Deutschland müsse sich zu einer konstitutionellen Monarchie nach britischem Muster entwickeln. Doch als Friedrich endlich Kaiser wurde, blieb ihm keine Zeit mehr, die politischen Verhältnisse in Deutschland zu liberalisieren. Sein Sohn Kaiser Wilhelm II. zeigte wenig Verständnis für die Anforderungen einer modernen konstitutionellen Monarchie. Auf die Niederlage im Ersten Weltkrieg folgte im November 1918 die Abdankung Wilhelms II. als König von Preußen und Deutscher Kaiser.

Webers Kaiser Friedrich Gemälde soll ab Ende dieses Jahres zusam-men mit großformatigen Bildnissen Wilhelms I. und Wilhelms II. zur Prachtentfaltung im Speisesaal des ehemaligen königlich-preußischen Jagdschlosses beitragen, aus dem dann tatsächlich ein richtiger
„Kaisersaal“ wird.


Nr.: 03/2018
Letzlingen, 01. März 2018

Im Jagdschloss Letzlingen künftig vereint präsentiert: Preußens König Wilhelm I. und sein Oberjägermeister Graf Ludwig I. von der Asseburg-Falkenstein Wilhelm I. verstarb vor 130 Jahren am 9. März 1888

Am Donnerstag, dem 8. März, ist es soweit:
Um 11 Uhr wird im Jagdschloss Letzlingen das Porträt des Preußischen Oberjägermeisters Graf Ludwig I. von der Asseburg-Falkenstein (1796-1889) als neues Ausstellungsstück unmittelbar neben einem dort bereits gezeigten Gemälde des preußischen Königs Wilhelm I. öffentlich vorgestellt. Besucher des Jagdschlosses sind dazu herzlich eingeladen.

Das von dem Berliner Maler August Gosch (1821-1903) geschaffene Bildnis entstand erst nach dem Tod des Grafen (um 1872) anhand einer Fotografie aus der Zeit um 1850. Es galt mehrere Jahrzehnte als verschollen, wurde aber 1999 unter dubiosen Umständen in der Moritzburg zu Halle (Saale) wieder aufgefunden.

Allerdings konnte der auf dem Bild dargestellte Oberjägermeister damals zunächst nicht identifiziert werden. Das gelang erst einige Jahre später. Die ganze spannende Geschichte dieses Gemäldes mit vielen überraschenden Details wird bei seiner Präsentation erzählt.
Graf Ludwig von der Asseburg-Falkenstein war von 1852 bis 1869 Preußischer Oberjägermeister und ab 1855 auch Chef des Hofjagdamtes in Berlin. In diesen Funktionen oblagen ihm die Vorbereitung und Durchführung der zahlreichen Hofjagden, mehrmals kam er auch zur Hofjagd nach Letzlingen. An der Abendtafel im Jagdschloss saß der Asseburger dann ab 1861 stets König Wilhelm I. (1797-1888) gegenüber. Wilhelm und Ludwig waren etwa gleichaltrig, beide hatten noch 1813/15 am antinapoleonischen Befreiungskrieg teilgenommen, vor allem aber frönten beide Männer dem Weidwerk mit großer Leidenschaft. Wilhelm gehörte erstmals 1845 zur Gästeschar einer Letzlinger Hofjagd, und der jagdbegeisterte Ludwig trug sich in jungen Jahren sogar mit der Absicht, „Forstwesen“ zu studieren. Dass nun zusammen mit dem Ludwig-Bildnis auch ein Zehnender-Hirschgeweih aus der Trophäensammlung des Grafen im Jagdschloss Letzlingen gezeigt werden kann, ist im Hinblick auf die dort bereits vorhandene Jagdtrophäe Wilhelms I. aus dem Jahre 1886 eine weitere schöne museale Ergänzung.

Graf Ludwig erlebte die Gründung des Deutschen Reiches nicht mehr, er starb am 24. Oktober 1869. Nach seiner Krönung zum deutschen Kaiser reiste Wilhelm I. am 13. November 1871 zum ersten Mal als
„Kaiser und König“ von Berlin zur Hofjagd nach Letzlingen. Seinen letzten Jagdbesuch absolvierte er dort auf den Tag genau fünfzehn Jahre später am 13. November 1886. Inzwischen im 90. Lebensjahr stehend, beteiligte er sich an zwei Jagden auf Schwarz- und Damwild. Der alte Monarch starb vor 130 Jahren am 9. März 1888. Als König von Preußen kam er zwischen 1861 und 1869 neunmal, danach zwischen 1871 und 1886 als „König und Kaiser“ elfmal zur Letzlinger Hofjagd, deren Bezeichnung als „Kaiserjagd“ auf ihn zurückgeht.


Nr.: 02/2018
Leitzkau, 23. Januar 2018

Gute Publikumsresonanz auch in 2017

Im Jahr 2017 haben insgesamt 532.460 Gäste die Burgen, Schlösser, Dome und Klöster, sowie die Museen der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt besucht. Damit schließen die in der von Generaldirektor Dr. Christian Philipsen geleiteten Stiftung vereinten Institutionen mit einer erfolgreichen Publikumsresonanz und einer gegenüber dem Vorjahr beinahe gleichbleibenden
Zahl (2016: 548.933).

2018 erwartet die Besucher unserer Museen wieder ein vielfältiges Programm:

Die Lyonel-Feininger-Galerie, Museum für grafische Künste wird vom 3. Februar bis zum 30. April 2018 die Ausstellung „Willkommen im Abschied. Fotografische Positionen über Fremdheit und Nähe“ mit Werken von Ira Thiessen, Julia Runge und Semjon Prosjak zeigen. Von den drei Serien zeigt die erste Spätaussiedler, die als Russland-Deutsche eine neue Heimat suchen oder gefunden haben. Sie werden in ihren privaten Verhältnissen so gezeigt, wie sie selber am liebsten gesehen werden wollten – aber als was? Deutsche? Russen? Berliner? Die nächste Serie präsentiert Personen und Lebensweise der „Basters“, einer in sich geschlossenen Sonderethnie, die in Namibia lebt, seit sie Anfang des 19. Jahrhunderts, um den schwelenden Rassenkonflikten zu entkommen, aus Südafrika ausgewandert ist. Die Basters (Afrikaans für „Bastarde“) betreiben eine Argrarkultur, in der diese Nachkommen von südafrikanischer Urbevölkerung und holländischen Einwanderern des 17. Jahrhunderts ein den eigenen Regeln folgendes Leben führen – archaisch, selbstbestimmt und mit einer besonderen Traditionspflege. Die dritte Serie (Semjon Prosjak) umfasst Fotografien aus der Gegend um Tschernobyl – vor dem Reaktorunfall. Man begegnet einem Leben, dessen Armut durch Fortschrittsferne definiert ist und so die elementare Naturverbundenheit einer Selbstversorgerkultur erzwingt.

Das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) eröffnet am 24. Februar 2018 den zweiten Teil der im vergangenen Jahr begonnenen neuen Dauerausstellung: „Wege der Moderne. Kunst in der SBZ/DDR 1945 bis 1990“.
Das besondere und über Sachsen-Anhalt hinausreichende Ausstellungsprojekt anlässlich des 100. Todestages des Wiener Jugendstilmeisters Gustav Klimt wird das Landeskunstmuseum vom 14. Oktober 2018 bis zum 06. Januar 2019 zeigen. Ministerpräsident Dr. Haseloff hat die Schirmherrschaft dieser ersten Werkschau in Deutschland zum Schaffen des Künstlers übernommen. Sie vereint mehr als 40 Zeichnungen und 12 Gemälde von den akademischen Anfängen des Malers und Grafikers in den 1880er Jahren bis in seine späte Schaffenszeit um 1915. Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm.

In diesem Jahr können sich vom 22. bis 28. Juli 2018 unter dem Thema „Gelebtes Mittelalter auf der
Burg Falkenstein“ vor allem unsere jungen Besucher wieder auf die museumspädagogische Projektwoche freuen. Zum nunmehr 9. Mal lädt der Verein „Gelebtes Mittelalter e.V.“ mit den GreifenRittern unter dem diesjährigen Motto „Gut gerüstet“ wieder zu einem Spectaculum für Kinder.

Schloss Neuenburg steht 2018 ganz unter dem „Jubiläums-Zeichen“ – 25 Jahre Straße der Romanik, 25 Jahre Weinstraße Saale-Unstrut und 20 Jahre Weinmuseum im Schloss Neuenburg. Gewürdigt werden diese Jubiläen durch die Sonderausstellung „Geformt. Gebrannt. Gebraucht. Keramik des Mittelalters und der Reformationszeit“ im Bergfried „Dicker Wilhelm“ vom 07. April bis zum 31. Oktober 2018 und die Studioausstellung im Weinmuseum „Bacchus – Gott des Weines. Eine kleine Kulturgeschichte“ vom 25. Mai bis zum 18. November 2018.

Kloster Michaelstein lädt im Rahmen des 10. Harzer KlosterSommers 2018 zum Kloster à la cARTe ein. Man genießt die unvergleichliche Atmosphäre des Ortes mit seiner bedeutenden Geschichte. Im ehemaligen Speisesaal der weißen Mönche von Michaelstein werden regionale, kulinarische Spezialitäten gereicht. Umrahmt wird das Festmahl durch den Gesang des Ensembles VOXID.
Festliche Klassik erklingt am Ostermontag. Klopstocks Ode „Die Frühlingsfeier“, von dem württembergischen Kapellmeister Johann Rudolf Zumsteeg 1780 als Konzertmelodram vertont, steht im Mittelpunkt dieses Konzerts.
Für all jene, die die Musik im Kloster Michaelstein aktiv erleben wollen, findet vom 15. bis zum
18. März die BASSEUROPE young ACADEMY statt, ein Kontrabassworkshop für junge Kontrabassschüler und ihre Familien und Lehrer.

Das Jagdschloss Letzlingen ruft 2018 das sogenannte „Dreikaiserjahr“ aus: An Kaiser Wilhelms I. Tod vor 130 Jahren, am 9. März 1888, wird im März erinnert; Kronprinz Friedrich Wilhelm regierte als Kaiser Friedrich III. nur 99 Tage und verstarb am 15. Juni 1888. Ihm folgte dessen Sohn Wilhelm II., der nach 30 Regierungsjahren im November 1918 abdanken musste, womit die Letzlinger Hofjagden endeten.
Anfang Juni wird das Jagdschloss in die bekannten Altmark-Festspiele einbezogen. Sie finden unter der Schirmherrschaft von Oskar Prinz von Preußen statt, der ein direkter Nachfahre der oben genannten drei Kaiser ist, die auch alle zwischen 1849 und 1912 an den Letzlinger
Hofjagden teilgenommen haben.


Nr.: 01/2018
Letzlingen, 11. Januar 2018

Das Jagdschloss Letzlingen im Jahre 2018

Der 222. Geburtstag des Preußischen Oberjägermeisters Graf Ludwig von der Asseburg-Falkenstein am 11. Januar, eine Erinnerung an das „Dreikaiserjahr“ von 1888 sowie der Rückblick auf den Thronverzicht Kaiser Wilhelms II. im November 1918 und das Ende der Hohenzollern-Jagden in der Colbitz-Letzlinger Heide nach dem Ersten Weltkrieg

Heute auf den Tag genau vor 222 Jahren, am 11. Januar 1796, wurde in dem Bördedorf Gunsleben Ludwig von der Asseburg geboren. Der Adlige – und das macht ihn für die Geschichte der Letzlinger Hofjagden besonders interessant – war von 1852 bis 1869 als Preußischer Oberjägermeister
und ab 1855 auch als Chef des Hofjagdamtes in Berlin für die Vorbereitungen der Hofjagden zuständig, an denen er selbst teilnahm.

Ludwig, der 1816 die Herrschaft Falkenstein und Meisdorf erbte, führte seit 1840 einen preußischen Grafentitel und wurde von König Wilhelm I. (1797-1888) im Oktober 1864 zum Mitglied des preußischen
Herrenhauses ernannt.

Im Letzlinger Jagdschloss saß der Asseburger in seiner Funktion als Oberjägermeister an der Abendtafel stets dem König gegenüber, die beide begeisterte Weidmänner waren. Über Graf Ludwig urteilte der spätere preußische Kultusminister Robert von Bosse in seinen Lebenserinnerungen: „Er war ein weit und breit berühmter waidgerechter Jäger und erfreute sich trotz oder vielleicht wegen seiner Derbheit großer Popularität.“ Als eine für die Letzlinger Hofjagd wichtige und historisch bedeutsame Persönlichkeit konnte Graf Ludwig von der Asseburg-Falkenstein bisher in der Ausstellung des Jagdschlosses nicht vorgestellt werden. Das wird sich jetzt ändern.

So zeigt ein im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) vorhandenes Gemälde eindeutig den Preußischen Oberjägermeister, der allerdings erst anhand einer überlieferten Fotografie identifiziert werden konnte. Dieses Gemälde, das um 1966/67 angeblich „aus Platzgründen“ in der Moritzburg vernichtet werden sollte und zu diesem Zweck bereits aus dem Rahmen geschnitten worden war, wurde 1999 wieder aufgefunden. Es befindet sich allerdings seit damals in einem sehr schlechten Zustand und wird deshalb gegenwärtig fachkundig restauriert. Ab Anfang März 2018 wird das Bild im Letzlinger Jagdschloss dauerhaft präsentiert – übrigens zusammen mit dem dort bereits gezeigten Gemälde König Wilhelms I., der 1871 nach dem siegreichen Krieg gegen Frankreich zum deutschen Kaiser aufstieg. Das Deutsche Kaiserreich erlebte Graf Ludwig nicht mehr. Er starb am 24. Oktober 1869.

An Kaiser Wilhelms Tod vor 130 Jahren, am 9. März 1888, wird im März 2018 dann ebenfalls zu erinnern sein, bildete dieser Tag doch gleichsam den Auftakt für das berühmte sogenannte Dreikaiserjahr.
Kronprinz Friedrich Wilhelm, der krebskranke Sohn des alten Monarchen, regierte als Kaiser Friedrich III. nur 99 Tage. Er starb am 15. Juni 1888. Ihm folgte dessen Sohn Wilhelm II., der nach 30 Regierungsjahren im November 1918 abdanken musste. Damit endete auch die Geschichte der Letzlinger Hofjagden.

Die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, zu der sowohl das Kunstmuseum Moritzburg als auch das Museum Burg Falkenstein gehören, führt anlässlich des 130. Jahrestages dieses „Dreikaiserjahres“ zwischen März und November 2018 mehrere öffentliche Veranstaltungen durch, und Anfang Juni wird das Jagdschloss als „besonderer Ort“ einbezogen sein in die Altmark-Festspiele. Sie finden unter der Schirmherrschaft von Oskar Prinz von Preußen statt, der ein direkter Nachfahre jener drei Kaiser ist, die auch alle zwischen 1849 und 1912 mehrmals an Letzlinger Hofjagden teilgenommen haben.