2017


Nr.: 3/2017
Leitzkau, 31. März 2017

Umfangreichere Aufgaben – neuer Name:
Aus der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt wird die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt

Ab dem 1. April 2017 lautet der neue Name ‚Kulturstiftung Sachsen-Anhalt‘ Der alte Name stand für die Aufgaben der Stiftung bei ihrer Grün-dung, für Denkmalpflege und Bauerhalt in den Domen und Schlössern. Seitdem sind die Aufgaben und die Anzahl der anvertrauten Denkmale gewachsen. Zuletzt ging mit der Stiftungsstrukturreform des Landes Sachsen-Anhalt im Januar 2014 eine einschneidende Aufgabenerwei-terung einher. Spätestens ab diesem Zeitpunkt bildete der alte Name nur mehr einen Teil des umfangreichen Aufgabengebietes ab.

Zur heutigen Stiftung mit 18 Denkmalen aus 1200 Jahren gehören nicht nur die Dome und die Schlösser, sondern auch 4 mittelalterli-che Burgen, 2 Klöster, der einzigartige Domschatz Halberstadt, das Landeskunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Musikakademie und Museum Kloster Michaelstein sowie das einzige Lyonel-Feininger-Museum der Welt.

Diese Bandbreite – historisch von den Ottonen bis zur klassischen Moderne, thematisch von Sammeln, Bewahren, Ausstellen im Museum über kulturelle Bildung und wissenschaftliche Forschung bis hin zu Musikausbildung und Konzertbetrieb – benötigt einen neuen Namen. Das bestätigten auch Besucherbefragungen im vergangenen Jahr. Und so heißt die Stiftung ab dem 1.4.2017 Kulturstiftung Sachsen-Anhalt.

„Der Name Kulturstiftung Sachsen-Anhalt würdigt die Dienstleistungen für eine Reihe anderer Stiftungen und fokussiert auf die besondere Bedeutung als größte Kulturstiftung des öffentlichen Rechts des Landes Sachsen-Anhalt, die entscheidend zur kulturellen Identität des Landes beiträgt“, so Staats- und Kulturminister Robra.

Alle Arbeitsgebiete der Stiftung finden sich in dem Namen wieder und rücken dadurch noch näher zusammen. Zugleich schärft die alte Stiftung mit neuem Namen [KST] ihre Identität auch nach außen durch ein neues Corporate Design, das die einzelnen Häuser und Einrichtungen durch das neue Logo der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt visuell verbindet.

Nachfolgend der Link zu unserem Imagefilm auf YouTube:

https://youtu.be/E5bIXpnHAVs


Nr.: 2/2017/LETZ
Letzlingen, 14. März 2017

Ein Aquarell von Conrad Freyberg für die Ausstellung im Jagdschloss Letzlingen – Präsentation anlässlich des 220. Geburtstages von Kaiser Wilhelm I.

Der vor 220 Jahren, am 22. März 1797, geborene spätere deutsche Kaiser Wilhelm I. gab 1881 bei dem von ihm sehr geschätzten Maler und Bildhauer Conrad Freyberg (1845-1915) das Gemälde „Hofjagd in Letzlingen“ in Auftrag, das anlässlich der „Kaiserjagd“ von 1882 im Speisesaal des Letzlinger Jagdschlosses aufgehängt wurde.
Freyberg galt als Spezialist für die Soldaten- und Pferdemalerei und verband sehr geschickt Porträtähnlichkeit mit eleganter Darstellung. Den Kaiser, der erstmals im Herbst 1845 zur Letzlinger Hofjagd gekommen war, malte er im hellen Jagdanzug als zentrale Figur einer fiktiven, aber sehr prominent besetzten Jagdgesellschaft.
Ebenfalls bei Conrad Freyberg bestellte Wilhelms Enkel, der ab 1888 regierende Kaiser Wilhelm II., ein weiteres Gemälde zum Thema „Hofjagd in Letzlingen“, auf dem er im Zentrum einer illustren Gästeschar zu sehen ist. Beide Gemälde befanden sich bis 1919 im Letzlinger Jagdschloss. Dann gelangten sie als Leihgabe in das Rittergut des Adolf von Dietze in Barby, dessen Großvater auf dem Gemälde von 1896 abgebildet ist. Seit 1945 werden sie vermisst. Kopien überlieferter Kupferätzungen, die von beiden Bildern existieren, präsentiert die Letzlinger Exposition seit ihrer Eröffnung im Januar 2001.
Nunmehr konnte die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt ein von Conrad Freyberg signiertes, aber nicht datiertes Aquarell für die Ausstellung im Jagdschloss erwerben, das – so seine Bezeichnung – „Wilhelm II. auf der Hofjagd in Letzlingen“ im Mittelpunkt einer berittenen Jagdgesellschaft zeigt. Als Prinz von Preußen hatte Wilhelm II. 1879 erstmals an einer Letzlinger Hofjagd teilgenommen. Bis 1912 folgten aus diesem Anlass weitere 20 Jagdaufenthalte.
Unbekannt ist, auf welche Letzlinger Jagd sich die von Freyberg dargestellte Szene bezieht. Möglicherweise entstand das Aquarell im Zusammenhang mit dem Gemälde „Hofjagd in Letzlingen“, das Wilhelm II. bei dem Maler 1894 in Auftrag gab.
Der am rechten Bildrand in ein Parforcehorn blasende Jäger und die Hundemeute deuten auf eine bevorstehende oder beendete Jagd hin. Doch Parforcejagden fanden in der Heide nicht statt. So bleibt die Darstellung voller Rätsel, denn bisher konnten auch die offenbar im dunkelblauen Waffenrock des Regiments Gardes du Corps abgebildeten 24 Jagdgäste nicht identifiziert werden.
Gleichwohl ist Freybergs Aquarell eine schöne Geburtstagsgabe für Kaiser Wilhelm I., durch den seit Ende der 1870er Jahre die Letzlinger Hofjagd vor allem als „Kaiserjagd“ bekannt wurde. Am 13. November 1886 jagte der im 90. Lebensjahr stehende alte Monarch hier zum letzten Mal.


 

Nr.: 1/2017
Leitzkau, 01. Februar 2017

2016 haben insgesamt 548.933 Gäste die Baudenkmale der Stiftung Dome und Schlösser in
Sachsen-Anhalt besucht.

Das Jahr 2016 verzeichnete mit 264.410 Besuchern in den Museen der Stiftung Dome und Schlösser in
Sachsen-Anhalt gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg der Besucherzahlen um 14,9 Prozent.
Besonders großen Zulauf erfuhr das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) mit der Ausstellung „Magie des Augenblicks“ und kam insgesamt auf 75.236 Besucher, eine deutliche Steigerung von 58 Prozent. Konstant hohe Besucherzahlen verzeichnen Burg Falkenstein mit 75.250 Gästen und Schloss Neuenburg mit 56.149 Besuchern.

Exakt 20.775 Besucher kamen ins Museum Kloster Michaelstein, das ist eine Steigerung um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Auch die Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg steigerte ihre Besucherzahlen auf fast 17.000, das sind über 2.000 Ausstellungsbesucher mehr als im Vorjahr.
Schloss Leitzkau, Hauptsitz der Stiftung, besuchten insgesamt rund 11.000 Gäste. Hauptanziehungspunkte waren Töpfer-, Advents- und Nachtflohmarkt.
Steigende Besucherzahlen meldet auch die von April bis Oktober geöffnete Ausstellung in Schloss Goseck, zur Bau und Wirkungsgeschichte in der Schlosskirche, mit knapp 5000 Besuchern.
Ebenso viele kamen in das einzige Hohenzollernschloss Sachsen-Anhalts, das Jagdschloss Letzlingen in der Letzlinger Heide.

Die Pächter der Konradsburg (18.646 Besucher) und von Schloss Plötzkau (2.750 Besucher) sind gut ausgelastet.
In die Eckartsburg ist nach Umbauarbeiten ein neuer Gastronom eingezogen, der den Betrieb ab Mitte März wieder aufnimmt.
In Schloss Bernburg und Schloss Köthen ist die Baudirektion der Stiftung mit anhaltenden Sanierungsarbeiten beschäftigt.

Die Gemeinden der im Eigentum der Stiftung befindlichen Dome gaben folgende Besucherzahlen an:
St. Mauritius und St. Katharina zu Magdeburg: 129.089 Besucher (2015: 132.430)
St. Marien zu Havelberg: 35.960 Besucher (2015: 268.135). Nach dem außerordentlichen Ergebnis aufgrund der Bundesgartenschau in 2015 entsprechen die Besucherzahlen im Dom zu Havelberg in 2016 wieder den Werten der Vorjahre.
St. Stephanus und St. Sixtus zu Halberstadt: 41.084 Besucher (2015: 50.000)
Besucher des Domschatzes Halberstadt: 27.994 Besucher (2015: rund 29.000)
Dom zu Halle: 29.000 Besucher (2015: 18.201)
Stiftskirche St. Pankratius in Hamersleben: ohne Zählung
Hierin eingeschlossen sind nicht die Besucher der Gottesdienste.